Das Schatzsuche-Team richtet vielfältige Fachveranstaltungen aus und beteiligt sich mit fachlichen Beiträgen bundesweit an Kongressen und Tagungen.

Mehr als 180 Fach- und Leitungskräfte, Kitaträger und weitere Fachleute aus dem Bereich der Frühen Bildung haben in Magdeburg darüber beraten, wie Kitas zu starken Orten der Gesundheitsförderung für Kinder, Familien und pädagogische Teams werden können. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kindertageseinrichtungen als Lebens- und Lernorte die körperliche, seelische und soziale Gesundheit von Kindern und Familien sowie des Kitapersonals langfristig stärken können.
Darüber hinaus diskutierten die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Teilnehmenden, welche strukturellen Rahmenbedingungen für die Gesundheitsförderung angesichts wachsender seelischer Belastungen von Kindern, steigender Anforderungen an die Teams und anhaltender gesellschaftlicher Krisen nötig sind.
Veranstaltet wurde der Fachtag unter dem Titel "Kita als Ort der Gesundheitsförderung - Gemeinsam gesund aufwachsen und arbeiten" von der Techniker Krankenkasse (TK), der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit (BAG-BEK), KinderStärken e. V. - Institut an der Hochschule Magdeburg-Stendal, der Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) sowie dem Kompetenzzentrum Frühe Bildung Sachsen-Anhalt.
Kitas als prägende Lebens- und Lernorte
"In den ersten Lebensjahren entwickeln Kinder zentrale Bewegungs‑, Ernährungs- und Stressbewältigungskompetenzen - Kindertageseinrichtungen sind damit ein prägender Lebens- und Lernort", sagte Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt. Suchant hob hervor, dass der Aufbau gesundheitsförderlicher Strukturen in Kitas noch stärker verankert werden muss, um möglichst vielen Kindern optimale Gesundheitschancen zu ermöglichen und damit langfristig auch das Gesundheitssystem zu entlasten.
Sachsen-Anhalts Sozialministerin Petra Grimm-Benne betonte: "In Zeiten wachsender Unsicherheiten ist eine gesunde Entwicklung von Kindern wertvoller denn je. Familien und pädagogische Fachkräfte sind entscheidende Wegbegleiter, um Kindern beste Zukunftschancen zu eröffnen. Unser Bildungsprogramm ‚Bildung: elementar - Bildung von Anfang an‘ stärkt Kitas als Bildungsorte und Orte des gesunden Aufwachsens. Programme wie ‚Schatzsuche‘ unterstützen diese Arbeit, indem sie die Zusammenarbeit mit Eltern, die Resilienz von Kindern und die Handlungssicherheit von Fachkräften fördern."
Dialog zwischen wissenschaftlicher Theorie und bewährter Praxis
Der Fachtag knüpfte an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Herausforderungen in Kitas an. Prof. Dr. Susanne Borkowski von der Hochschule Magdeburg-Stendal betonte: "Gesundheitsförderung in der Kita bedeutet mehr als Apfelspalten und Bewegungspausen. Kitas sind Lebenswelten - für Kinder, Familien und Fachkräfte. Wer Gesundheit wirklich verankern will, braucht keine gut gemeinten Einzelmaßnahmen und gut gemeinten Zusatzprogramme, die Fachkräfte noch weiter belasten und nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Es braucht Strukturen: verlässliche Rahmenbedingungen, die Gesundheit für Kinder, Familien und Fachkräfte gleichermaßen langfristig ermöglichen. Das Setting Kita bietet dafür einzigartige Potenziale - wenn die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden."
(Artikel teilweise übernommen von: Kitas als Orte der Gesundheitsförderung | Die Techniker - Presse & Politik)
Im Rahmen der Foren wurden fachpolitische Forderungen erarbeitet, die einen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung von Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen leisten.
Fachpolitische Forderungen des Fachtags „Kita als Ort der Gesundheitsförderung – Gemeinsam gesund aufwachsen und arbeiten“, 17.6.2026 in Magdeburg
1. Gute Rahmenbedingungen schaffen
Qualität braucht ausreichend Personal und Zeit Gesundheitsförderung gelingt nur unter Rahmenbedingungen, die pädagogische Qualität ermöglichen. Dafür braucht es ausreichend Personal sowie genügend Zeit für die unmittelbare pädagogische Arbeit, Vor- und Nachbereitung, Elternarbeit, Fortbildung und Qualitätsentwicklung. Wir fordern einen bedarfsgerechten Fachkraft-Kind-Schlüssel mit verlässlichen Leitungs- und Vertretungsregelungen.
2. Gesundheit der pädagogischen Fachkräfte nachhaltig stärken
Gesunde Fachkräfte sind eine Grundvoraussetzung für gesunde Kinder. Gesundheitsförderung muss deshalb fester Bestandteil der Organisationsentwicklung in Kitas werden. Wir fordern gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen sowie die verbindliche Etablierung von betrieblicher Gesundheitsförderung, Supervision und Coaching als Qualitätsstandards in Kindertageseinrichtungen.
3. Kitas als multiprofessionelle Bildungs- und Gesundheitsorte stärken
Die wachsenden Anforderungen an Kindertageseinrichtungen erfordern multiprofessionelle Unterstützungssysteme. Kitas benötigen dauerhaft verlässliche Netzwerke und unterschiedliche Professionen, um Kinder, Familien und Fachkräfte bestmöglich zu fördern. Wir fordern die gesetzliche Verankerung und nachhaltige Finanzierung der Kita-Sozialarbeit sowie den Ausbau multiprofessioneller Teams, einer starken Fachberatung und regionaler Vernetzungsstrukturen.
4. Professionalisierung und Qualifizierung konsequent weiterentwickeln
Eine hohe Qualität in der Gesundheitsförderung setzt gut ausgebildete und kontinuierlich qualifizierte Fachkräfte voraus. Professionalisierung muss deshalb systematisch gefördert und finanziell abgesichert werden. Wir fordern eine zukunftsfähige fachschulische Ausbildung sowie Erhalt der akademischen Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte, verbindliche Fort- und Weiterbildungsangebote sowie die konsequente Umsetzung von Bildungs- und Qualitätsstandards.
5. Chancengerechtigkeit und gesundes Aufwachsen für alle Kinder sichern
Jedes Kind hat das Recht auf ein gesundes, sicheres und diskriminierungsfreies Aufwachsen. Gesundheitsförderung muss daher die unterschiedlichen Lebenslagen von Kindern und Familien berücksichtigen und Teilhabe ermöglichen. Wir fordern diskriminierungssensible Bildungs- und Betreuungsangebote, die konsequente Umsetzung der Kinderrechte sowie wirksame Maßnahmen zum Abbau gesundheitlicher und sozialer Ungleichheiten.
6. Gesundheitsförderung gesetzlich absichern und nachhaltig finanzieren
Gesundheitsförderung in Kindertageseinrichtungen darf nicht vom Engagement Einzelner abhängen, sondern braucht verlässliche politische, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen. Wir fordern eine gesetzliche und langfristig finanzierte Verankerung gesundheitsförderlicher Strukturen, bundesweit vergleichbare Qualitätsstandards sowie den Abbau bürokratischer Hürden zugunsten pädagogischer Arbeit.
7. Prävention und Gesundheitskompetenz stärken
Frühe Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Familien und Fachkräfte benötigen wissenschaftlich fundierte Orientierung, um Kinder gesund aufwachsen zu lassen. Wir fordern eine bundesweite Strategie zur Gesundheitsförderung in der frühen Kindheit sowie wissenschaftsbasierte Informations- und Präventionsangebote, die Resilienz, Bindung, Partizipation und einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien stärken.
Maria Gies
Tel.: 040 2880364-13
Elisa Rongstock
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