Insel

Qualitätssicherung

Die Qualität des Eltern-Programms Schatzsuche  wird regelmäßig überprüft. Verschiedene Instrumente helfen dabei, sie zu erheben, zu sichern und zu verbessern.

Good Practice Kriterien

Die Entwicklung des Eltern-Programms Schatzsuche erfolgte anhand von Good Practice Kriterien. Die zwölf Kriterien wurden vom beratenden Arbeitskreis des Ko­o­pe­ra­ti­ons­ver­bun­des „Ge­sund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit“ entwickelt. Sie sind das Er­geb­nis einer intensiven Dis­kus­si­on von Wis­sen­schaft und Pra­xis und beziehen so­wohl Forschungsergebnisse als auch entwickelte Qua­li­täts­in­stru­men­te ein.

Projektbeirat

Im Rahmen der Qualitätssicherung wurde im Modellzeitraum ein Projektbeirat mit Vertreter*innen aus Forschung, Wissenschaft, Politik und Praxis eingerichtet, um die Weiterentwicklung des Eltern-Programms zu beraten.

Mitglieder des Projektbeirates:

 

  • Dr. Dirk Bange, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration, BASFI, Abteilungsleitung Familie und Kindertagesbetreuung
  • Kathrin Herbst, Verband der Ersatzkassen e.V., Landesvertretung Hamburg
  • Dr. Antje Richter-Kornweitz, Landesvereinigung für Gesundheit Niedersachsen und Akademie für Sozialmedizin e.V.
  • Gabriela Küll, Psychotherapeutenkammer Hamburg
  • Özlem Nas, Schura e.V., Integrationsbeirat
  • Prof. Dr. Ulrike Ravens-Sieberer, Universitätsklinikum Eppendorf, Zentrum für Geburtshilfe, Kinder- und Jugendmedizin
  • Ralf Specht, Väter e.V.
  • Klaus-Peter Stender, Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz, BGV, Abteilung Gesundheitsberichterstattung und Gesundheitsförderung
  • Prof. Dr. Petra Strehmel, Hochschule für angewandte Wissenschaften, HAW, Fakultät Wirtschaft und Soziales
  • Frank Tofern, Staatliche Fachschule für Sozialpädagogik Altona
  • Susanne Wehowsky, Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V.
  • Beatrix Wildenauer-Schubert, Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e.V.

Empfehlungen:

Der Projektbeirat empfiehlt die Verbreitung des Eltern-Programms auf regionaler und überregionaler Ebene.

Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration unterstützt die Einführung von Schatzsuche in Hamburger Kindertagesstätten.

Das Eltern-Programm wurde durch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf evaluiert.

Externe Evaluation

Schatzsuche wurde im Zeitraum Juni 2011 bis Dezember 2012 durch das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum für Psychosoziale Medizin, Institut und Poliklinik für Medizinische Psychologie unter der Leitung von Dr. Silke Pawils evaluiert.

Auszüge aus dem Abschlussbericht:

Strukturen des Kita-Settings
Die KITA-Leitungen berichten im Schnitt von mehr als doppelt so vielen sozial benachteiligten Familien in ihren Einrichtungen im Vergleich zu den Referenzwerten und schätzen sich häufiger als Einzugsbereich mit besonderem Erneuerungsbedarf ein.

Weiterbildung der Erzieher*innen
Erzieher*innen haben die sieben Weiterbildungsmodule im Schnitt mit der Schulnote 1,8 sehr positiv bewertet. Freitextangaben der Erzieher*innen zeigen, dass der Blick auf die Stärken der Kinder (Ressourcen) häufig zunächst eher ungewohnt war. Viele benannten diesen Perspektivenwechsel als inhaltliches Highlight der Weiterbildung. Aus den Ergebnissen des Prä-Post-Vergleichs bezüglich des Präventionswissens der Erzieher*innen geht hervor, dass sich ihr Wissensstand zur psychischen Gesundheit von Kindern verbessert hat. Während vor Beginn der Weiterbildung 43 % (n=21) der Erzieher*innen der Aussage zugestimmt und eher zugestimmt haben, dass sie sich mit der seelischen Gesundheit von Kindern auskennen, waren dies zum Post-Zeitpunkt bereits 83 % (n=18) der Erzieher*innen. Auch der Aussage, dass seelische Probleme bei Kindern bemerkt werden, haben zum Prä-Zeitpunkt 57 % (n=21) der Erzieher*innen zugestimmt (und eher zugestimmt) und zum Post-Zeitpunkt 89 % (n=18) der Befragten.

Eltern-Programm – Bewertung durch Erzieher*innen
Die Erzieher*innen bewerteten das Eltern-Programm insgesamt mit der Schulnote 1,5 sehr positiv. Auf einer Skala von 1 (negativ) bis 10 (positiv) wurden die Stimmung (8.6) und die Beteiligung (8.4) der Eltern sowie ihre eigene Durchführung (8.4) und die Materialien (8.2) dazu auch sehr positiv bewertet. In den Freitextangaben wurde zudem mehrmals die unterstützende Rolle der HAG in der Vorbereitung der Erzieher*innen und auch in ihrer Nachbetreuung hervorgehoben.

Eltern-Programm – Bewertung durch Eltern
Aus der Elternbefragung geht eine deutliche Zufriedenheit mit dem Eltern-Programm hervor, wie auch die Gesamtbewertung mit der Schulnote 1,7 zeigt. Für zehn von elf befragten Eltern waren die Programminhalte verständlich und für ihren Alltag nützlich. Die Referenten*innen wurden als kompetent bewertet. Die Eltern fühlten sich durch das Eltern-Programm in ihrer Rolle gestärkt.

Interne Evaluation

Die Weiterbildung der Erzieher*innen wird in allen Bundesländern kontinuierlich in Form einer Fragebogenerhebung evaluiert.

Modellphase als Möglichkeit der Optimierung

Die Entwicklung von Schatzsuche erfolgte während einer dreijährigen Modellphase. Dabei wurden neben Psycholog*innen und Pädagog*innen insbesondere Trägervertreter*innen und Erzieher*innen aus zwölf Modellkitas einbezogen. In einem partizipativen Prozess wurden alle Inhalte, Methoden und Materialien erprobt, ausgewertet und überarbeitet.

Regionaler kollegialer Austausch

Durch einen regelmäßigen kollegialen Austausch der Schatzsuche-Referent*innen wird die Durchführung des Eltern-Programms regelmäßig reflektiert. Schwierigkeiten können so identifiziert und bearbeitet werden.

Bundesweiter kollegialer Austausch

Durch die Kooperation der Fachreferent*innen der Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung auf Bundesebene kann viel Expertise gebündelt werden und in die Qualitätssicherung von Schatzsuche einfließen. In regelmäßigen Kooperationstreffen findet ein fachlicher Austausch statt. Bundesweite Fachtagungen sind angedacht.

Schatzsuche Ausguck Illustration

Bildnachweis:
himberry, leicagirl / www.photocase.de

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