Modellprojekt Schule in Sicht

Seit August 2017 führt die HAG mit Förderung der Techniker Krankenkasse ein Modellprojekt durch, mit dem das Eltern-Programm Schatzuche weiterentwickelt wird. Der Übergang von der Kita in die Schule wird dabei als besonders herausfordernder Lebensabschnitt in den Blick genommen.

Ausschreibung zu zwei studentischen Studien zum Thema

Transitionen von Kita zu Schule und ihre Relevanz für Gesundheitsförderung

Die Themen der Studien lauten wir folgt:

1.    Forschungsstandanalyse zu Konzepten der Transitionen von Kita zu Schule und ihre Relevanz für Gesundheitsförderung

Im Rahmen dieser Studie sollen bestehende Erklärungsansätze zu Transitionen zusammen getragen und auf ihre Anschlussmöglichkeiten für Gesundheitsförderung analysiert werden. Solche Ansätze können u.a. in folgenden Bereichen liegen:

  • Ökopsychologie, Systemtheorie (Bronfenbrenner, 1989)
  • Stressforschung (Lazarus, 1995)
  • Kritische Lebensereignisse (Filipp, 1995; Siegrist, 2005)
  • Identität und Lebenszyklus (Erikson 1974)
  • Entwicklung in der Lebensspanne (Brandtstädter, 2007)
  • Lernen und Entwicklung als Ko-Konstruktion (Valsiner, 1989)

Zudem sollen neuere Publikationen einbezogen werden, etwa 

  • Ergebnisse aus der BMBF-Forschungsförderung „Kooperation von Elementar- und Primarbereich“ (seit 2010)
  • Handreichung Übergänge (Gesundheit Berlin-Brandenburg 2013)
  • Handbuch Übergänge (Schröer et al. 2013)
  • Transitionsansatz und Frühe Hilfen (Geene & Borkowski 2017)
  • Entwicklungspsychologischer Transitionsansatz (Kroll 2011, Griebel & Niesel, 2018)

2.    Praxisanalyse zu Transitionen von Kita zu Schule und ihrer Relevanz für die Gesundheitsförderung

Im Rahmen dieser Studie sollen zunächst bestehende Konzepte und Praxisprojekte in den Bundesländern zur Gestaltung von Übergangsprozessen von Kita zur Schule recherchiert, identifiziert und synoptisch aufbereitet werden (es liegen bereits einschlägige Vorarbeiten vor, die ggf. ergänzt und aktualisiert werden können).

Neben gesetzlichen Regelungen und Ausführungsvorschriften sind dabei u.a. Aktivitäten von Landesministerien, Trägerverbänden sowie solche im Rahmen von regionalen Bildungslandschaften von Bedeutung.

Ausgehend von diesen konzeptionellen Rahmenbedingungen sollen mittels einer vertieften Praxis- und Datenbankrecherche Projekte der Gesundheitsförderung im Setting Kita (mit Schwerpunkt auf Projekten zur Förderung eines gesundheitsförderlichen Übergangs von Kita zur Schule) identifiziert und kategorisiert werden. Netzwerkstrukturen (z.B. Koordination in den Bundesländern) und vielversprechende Projektansätze („promised interventions“) sollen durch exemplarische Fallstudien vertieft werden, wobei die entsprechenden Daten neben Dokumentenanalyse auch durch persönliche Befragungen/ z.B. in Form von Telefoninterviews erhoben werden können.

Die Ausarbeitungen sollen das Handlungsfeld der Gesundheitsförderung im Übergang von Kita zur Schule sowohl in der Breite (Übersicht zur Vielfalt bestehender Ansätze) als auch in der Tiefe (Zielstellungen und Methoden der Praxisansätze) abbilden ( Analyse der qualitativen und quantitativen Ausreifung des Handlungsfeldes) und dabei sowohl bestehende Potentiale als auch identifizierte Lücken in der Angebotsstruktur analysieren. 

Die Studien sollen im Zeitraum von Februar bis April 2020 erstellt werden. Sie sollen einen Umfang von jeweils 60.000 bis 80.000 Zeichen umfassen.

Zur inhaltlichen Abdeckung sollen die nachfolgenden Themen/ inhaltlichen Teilaspekte abgedeckt werden: 

1.    Forschungsstandanalyse

  • Vertiefte Darstellung von mind. fünf besonders relevanten Erklärungsansätzen incl. Darstellung ihrer Passung zum Thema des Übergangs Kita-Schule, ihrer theoretischen/ fachwissenschaftlichen Rezeptionen sowie einer kritischen Reflektion
  • Darstellung und Analyse aktueller Diskurse unter Berücksichtigung ihrer Limitationen und möglichen Optionen zur Steigerung der Relevanz
  • Auswertung der theoretisch-fachlichen Fundierung von Maßnahmen der Gesundheitsförderung im Übergang von Kita zur Schule

2.    Praxisanalyse

  • Synopse zu identifizierten Konzepten und Maßnahmen (Interventionen, Strukturmaßnahmen, Praxisprojekten u.a.) in den Bundesländern
  • Identifikation von mindestens 25 Maßnahmen
  • Vertiefte Darstellung von mindestens fünf Maßnahmen
  • Analyse zur qualitativen und quantitativen Ausreifung des Handlungsfeldes der Prävention (Gesundheitsförderung) im Übergang von Kita zur Schule

Beide Studien enden mit Empfehlungen/ Konzeptformulierung für die Wissenschaftliche Begleitforschung zur Nutzung der Erkenntnisse im Sinne einer Integration in das Modellprojekt „Schatzsuche – Schule in Sicht“.

Für Erstellung der Studien kann ein Honorar/ eine Aufwandsentschädigung von insgesamt € 2.000,- gezahlt werden.Die Studien können alleine von einer oder einem Studierenden oder auch als Gruppenarbeit von zwei oder drei Studierenden (die die Honorarsumme dann ggf. untereinander aufteilen müssen) erstellt werden.

Für Rückfragen stehen Ihnen die Projektleiterin Maria Gies (maria.gies@hag-gesundheit.de) sowie Prof. Raimund Geene (raimund.geene@charite.de) zur Verfügung.

Bewerbungen sind möglich mittels eines formlosen, kurzen Bewerbungsschreibens (max. 1-2 Seiten Din-A-4) per Mail mit Angaben zu Vorkenntnissen und Motivation, ggf. auch einer einschlägigen Arbeitsprobe, an Maria Gies (verwaltung@hag-  gesundheit.de.), bitte bis möglichst spätestens zum 20. Januar 2020.

Bildnachweis: HAG